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Benjamins Gärten (German Edition) Kindle Edition
*** "Die Autorin hat kein Buch geschrieben, sondern mit Worten ein Bild gemalt. Mit kurzen, klaren Sätzen tupft sie ein Szenario vor mein inneres Auge, das unglaublich plastisch wirkt. Ich kann den Frühling und Sommer auf dem Land, den sie schildert, förmlich riechen, schmecken und fühlen." Büchereule.de
2., leicht erweiterte Ausgabe, die Originalausgabe erschien 2010 im Debütverlag
weitere Titel der Reihe: Phillips Bilder, Nur eine Frage der Liebe
- LanguageGerman
- Publication date14 Jun. 2016
- File size1227 KB
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Product details
- ASIN : B01GVSCK3Y
- Publisher : HJW; 2nd edition (14 Jun. 2016)
- Language : German
- File size : 1227 KB
- Simultaneous device usage : Unlimited
- Text-to-Speech : Enabled
- Screen Reader : Supported
- Enhanced typesetting : Enabled
- X-Ray : Not Enabled
- Word Wise : Not Enabled
- Sticky notes : On Kindle Scribe
- Print length : 222 pages
- Customer reviews:
About the author

J. Walther is a German author within the LGBT-literature community. She was born in 1977 in a rural region of Germany, where she still lives and works as a social worker.
Since 2008 her stories have appeared in over 20 anthologies, among them various publications in “Mein heimliches/lesbisches/schwules Auge” (Konkursverlag), as well as anthologies for the “mdr-literature prize” in 2011.
The first novel “Benjamins Gärten” was published in “Debütverlag”, followed by “As Silence Fills the Room” (B. Gmünder Verlag) in 2011 and “Phillips Bilder” in 2013 by “Dead soft Verlag”. The latest book “Nur eine Frage der Liebe” in 2014 was self-published.
"As Silence Fills the Room" is the first translation of her books, published in July 2016, others will follow.
www.janas-seiten.de
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"Die Hänge ums Dorf sind mit blühenden Obsthainen bedeckt wie mit weißen Wolken. Als wäre der Himmel herabgestiegen."
Dieser Beschaulichkeit und Idylle steht das Schicksal des 19-jährigen Benjamin entgegen. Er ist gefangen in seiner Einsamkeit, in die ihn der rasch aufeinander folgende Tod seiner Eltern getrieben hat.
"Ich bin vertraut mit der Einsamkeit. Manchmal ist sie mein Schutz davor, dass mir Gefühle zu nahe kommen."
Ganz zaghaft scheint es Marek, dem neuen, geheimnisvollen Nachbarn zu gelingen, diese Blase der Abschirmung zu durchdringen. Doch das Unausgesprochene, zu dem beide ihren Teil beitragen, steht massiv wie eine Mauer zwischen ihnen.
Benjamin verharrt in seiner Passivität, erwartet von Marek, dass dieser seine Wünsche und Sehnsüchte erkennt. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn wie soll jemand anders etwas erahnen, das man für sich selbst noch nicht als Vorstellung artikuliert hat?
Wenig hilfreich ist jedoch auch Mareks Eigenart, immer wieder für unbestimmte Zeit zu verschwinden, unerreichbar für Benjamin. Nie weiß er, wann Marek zurückkommt. Statt Beständigkeit und Sicherheit zu bekommen, die Benjamin sich wünscht, ist er dazu verdammt, zu warten und zu hoffen.
"Ich stehe am Fenster, warte auf seine Rückkehr. Ich weiß nicht, ob mein Herz groß genug dafür ist."
Der Grundtenor des Romans ist Trauerbewältigung. Sanft und leise, wie das ganze Buch verfasst ist, erfahren wir, wie Benjamin damit umgeht. Aufwühlend und doch nicht hoffnungslos.
"Da ist immer noch Traurigkeit in mir, kann nicht durch seine Anwesenheit weggewischt werden. Sie ist ein Teil von mir. Doch sie fühlt sich leichter an mit seinem Atem in meinem Nacken."
Das Buch ist aber auch eine zarte Liebesgeschichte, mit schön gestalteten, unaufdringlichen erotischen Nuancen.
Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Sicht Benjamins im Präsens. Trotz seiner Kürze ist der Roman unglaublich dicht, sprachlich sehr interessant und hat mich neugierig gemacht auf weitere Werke dieser Autorin.
Der Leser wird bereits auf den ersten Seiten in eine zarte Liebesaffäre zwischen den zwei Männern geworfen, die man so nicht erwartet, zumal sie dem Tempo der Geschichte widerspricht: Denn Benjamins Gärten entschleunigt auf jeder Linie, gönnt uns eine Auszeit von Rushhour und dem Lärm der Großstadt, blockiert aber auch und hält uns immer irgendwie auf. In dem kleinen Ort, in dem der Protagonist lebt, wird der Ofen noch mit Koks beheizt, ehe er Wärme spendet und der Gang zu Fuß ist an der Tagesordnung. Vielleicht liegt es an diesem Schritttempo, dass Benjamin den Blick für das Ursprüngliche noch nicht verloren hat. Benjamins Gärten ist ein sanfter Blick aus träumenden Augen. Die Natur besitzt in dieser ruhigen Geschichte eine sehr starke Symbolik, wird immer wieder in einen ganz besonderen Blickwinkel gerückt. Detailverliebt, aber nicht sachlich wie in einem Botanikbuch, stiehlt sich die Natur immer wieder die Aufmerksamkeit des Protagonisten. Dort, wo der Mensch sie zurückschneidet oder unterjocht, indem er Fertigbauhäuser errichtet, Grundstücke planiert oder anderweitig Konstrukte der Zivilisation schafft, scheint die Umgebung aus der Balance zu geraten. Diese Symbolik und Ikonografie gipfelt in den namengebenden verwilderten Obstgärten, in denen Benjamin im Jugendalter einen geheimnisvollen Gleichaltrigen begegnet, der ihn auf eine magische Art und Weise anzieht. Dieser Junge, David, wirkt wie Faunus, der auf stille Weise mit der Vegetation in Verbindung steht, nicht indem er ihr gebiete, sondern sie „erträumt“. So unwirklich und schweigsam wie der antike Gott der freien, unberührten Natur, so rätselhaft ist auch sein Verschwinden, das auf den gleichen Tag fällt, an dem bei Benjamins Mutter Krebs diagnostiziert wird. Die Unbeschwertheit schwindet, wo das Erwachsensein beginnt – und mit ihr die Mystik dieser Tage.
Benjamins Gärten ist kein Coming-Out-Roman, vielleicht ein Coming-Of-Age-Buch, denn es geht um einen Reifeprozess. Das plötzliche Auftauchen Mareks, der nur dann gibt, wenn er selbst Lust darauf hat, und sich die Möglichkeit offen hält, immer dann zu verschwinden, wann es ihm beliebt, ist der Auslöser für Benjamin, endlich über den eigenen Tellerrand zu schauen, sich selbst und seine Vergangenheit zu hinterfragen und mit Dingen abzuschließen, die ihn binden. Der Tod geliebter Menschen kann uns schockfrieren, sodass wir die Kälte nicht einmal bemerken. Trotzdem ist es wichtig, dass wir unter den Lebenden bleiben, und das zu begreifen dauert manchmal: Veränderung ist eine Entwicklung, die Zeit braucht – in diesem Fall mehr als ein Jahr. Der junge Protagonist, der partout nicht Benni genannt werden will, lernt nur langsam was es bedeutet, dass er seines Glückes (und Unglückes) eigener Schmied ist. Erst an jenem Punkt beginnt auch sein Blick auf die Welt endlich den Gang vom Schneckentempo hochzuschalten und er erkennt, dass wir im Leben immer wieder fallen und unseren Halt neu finden müssen: „Ich beginne mit der Hängematte zu schaukeln. Schneller als ich reagieren kann, finde ich mich im Gras wieder. Die Aufhängung hat nicht gehalten. Ich muss die Stricke höher befestigen.“ Leben ist nur dann fühlbar, wenn es in Bewegung ist.
Ein sanftes Buch über die Bewältigung von Trauer und das Finden eigener Balance.
Der erzählerische Grundton von Benjamins Gärten ist zwar von Trauer, Verlust und Sehnsucht geprägt, vermittelt aber durch die sprachlich wunderschön eingefangenen Bilder der Räume und Gärten, in denen Benjamin lebt und in denen sich seine Seele spiegelt, ein Gefühl von Geborgenheit. Wie ein schützender Kokon hüllen sich das Haus und der leicht verwilderte Garten um die Verletzungen des Ich-Erzählers und geben ihm so die Möglichkeit, langsam zu heilen, so dass am Ende die Perspektive auf ein neues, der Einsamkeit enthobenes Leben eröffnet wird.
Walther gelingt es wie keinem Autor sonst traumhafte Somnerlektüren ganz ohne Kitsch zu schreiben.
Benjamin entführt uns in seine Gedanken, sein Leben, seine Gefühle. Er lässt uns mit ihm um seine Eltern trauern, mit ihm Marek begehren und mit ihm die Schönheit seiner ländlichen Heimat bewundern. Und durch seine stille Art habe ich mich ihm stets nahe Gefühlt.
Die Beziehung zwischen ihm und Marek hat ein bittersüßes Sehnen heraufbeschworen. Ich habe mit Benjamin gelitten, und mich mit ihm gefreut wenn Marek wieder da war. Die Gefühle zwischen ihnen waren ohne viel Kitsch wunderschön beschrieben, bzw anhand ihrer kleinen, romantischen Taten subtil gezeigt.
Da ich "Phillips Bilder" zuerst gelesen habe, wartete ich die ganze Zeit auf David (ich mochte ihn so sehr) und ich war froh, dass er in Benjamins Rückblicken auftauchte.
Alles in einem mal wieder ein sagenhaft schönes Lesevergnügen, das durch seine tiefgründige Art und seine lebendigen Charaktere genau meinen Geschmack trifft.
Wieder einzigartig gut.
Hinzu kommt der Protagonist, mit dem sich zu identifizieren dem Leser sehr erschwert wird. Der Charakter bleibt eindimensional und kann mit seiner sich auch am Ende nicht auflösenden Selbstlosigkeit und Abhängigkeit schon ganz schön nerven. Es gibt kein Aufbegehren, keine persönliche Entwicklung.
Der zeitweise kurz angedeutete "Konflikt" der Homosexualität in der Provinz findet weder einen Höhepunkt (geschweige denn Dramatik) noch eine Auflösung. So plätschert die Geschichte ruhig dahin und endet ebenso zahm (ein Wunder bei teilweise expliziter Erotik) wie sie beginnt.
Muss man nicht gelesen haben.





