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5.0 out of 5 stars "Street Trash" (DVD), - tja, was soll man alleine bei diesem Titel eigentlich noch dazu sagen. ;-), 22 Dec 2012
This review is from: Street Trash [DVD] [1987] [Region 1] [US Import] [NTSC] (DVD)
Trashmöhre vielleicht ? Kultfilm ? oder beides ? ;-) Denn "Street Trash" aus dem Jahre 1987 hier bekam im Laufe der Zeit schon viele Titel verpasst, - wie z.B. "die erfrischenste Attacke auf die Magengegend seit Re - Animator". Oder auch "einer der größten Kultfilme aller Zeiten". Er ist ein "Classic B - Movie" mit sehr drastischen Splattereffekten und berühmt - berüchtigten Status in Insiderkreisen.

Vergessen sie "Angriff der Killertomaten", vergessen sie sogar "Plan 9 from outer Space". Dieser Film hier ist nochmal doppelt so kaputt wie diese beiden zusammen gerechnet. Selten wurde soviel Stumpfsinn (dafür allerdings auch, überaus witziger ! ;-) auf die Zuschauer losgelassen. Nicht nachdenken dabei, einfach gut unterhalten werden.

Der Film ist (und bleibt) quasi die Referenz für alle weiteren des cineastischen Stilmittels "Schmelzhorror". Was gibt es sonst noch großartig darüber anzugeben ? Am besten wird sein, ich schildere einfach mal die erste halbe Stunde hier, okay.

Regisseur James Muro (wird auf der Hülle allerdings nur Jim Muro genannt) hatte vorher außer diesem Werk keine weiteren Leichen im Keller. Er ist dafür vielmehr sogar einer der bekanntesten Steadycamleute in Hollywood. Beteiligte sich schon an unterschiedlichen Filmen wie "Freitag der 13. - Jason in Manhattan", "der mit dem Wolf tanzt", "True Lies - wahre Lügen", "Titanic", "Strange Days", "the Doors", "JFK - Tatort Dallas", "Casino", Heat" und "the Insider", - um nur mal sehr bekannte zu nennen. Scheint also zumindest als Kameramann einiges auf dem Kasten zu haben.

"Street Trash" hier war seine erste, und so auch bislang einzige Regiearbeit gewesen. Aber seine Erfahrung durch diese hauptberufliche Arbeit machte sich stark bemerkbar. Es gibt viele schräge und ungewöhnliche Kamerawinkel, - und fahrten. Am Anfang z.B. beginnt es mit einer Fahrt durch die Hausruine, die sehr stark an "Tanz der Teufel" erinnert. Sowieso erkennt man hier und dort kleine Ähnlichkeiten zu großen Vorbildern, die bestimmt als Inspiration gedient haben. Nur wie die Penner sich nachts versammeln erinnert an "Dawn of the Dead". Und diverse male fühlt man sich auch wie in Peter Jackson's "Bad Taste" versetzt.

Aber nicht nur in der Kameraarbeit hat Muro sich Mühe gegeben. All seine Charaktere sind zwar recht abgestürzte Persönlichkeiten. Trotzdem hat jede Figur ihre Besonderheiten und ganz eigenen Wesenzüge, was für eine gute Abwechslung sorgt. Die Schauspieler haben allerdings größtenteils außer "Street Trash" auch keine weiteren, relevanten Einträge in ihrer Karriere zu verzeichnen. ;-)

Zur Handlung: Die Kamera fährt auf einen Schnapsladen zu. Auf der Hinterseite stehen Mülltonnen, die von einem Penner als Lehne genutzt werden. Kaum gibt der Ladenbesitzer einen Plastiksack in den Abfall, ist der Penner schon auf den Beinen. Nein, er wühlt nicht im Müll, er stakst dem Verkäufer hinterher. Aber mit einem Gang, als hätte er sich gerade in die Hose gemacht. Dann folgt ein kurzer Dialog und der Penner nutzt diese Gelegenheit, sich erstmal kostenlos selbst zu bedienen.

Der Ladenbesitzer findet das natürlich garnicht so nett und jagt dem armen Obdachlosen wegen eines Flachmann's nach. Der Penner hetzt eine Straße entlang, ein Auto weicht ihm aus, prallt gegen eine Lampe, der Fahrer steigt aus und verfolgt den Penner gleich mit. Ein Geldeintreiber reißt einem Kerl Geld aus den Fingern, der Penner jagt vorbei und reißt es ihm aus der Hand. Und der Geldeintreiber hinterher. So ungefähr beginnen nur mal die ersten fünf Minuten dieses Kultfilm's. ;-)

Man darf also keinesfalls, irgendeine Art anspruchsvolle Kost erwarten. Oft genug zieht sich die quasi nicht vorhandene Rahmenhandlung hier zäh wie Kaugummi dahin. Und sie wird meißtens nur durch die genialen Schmelz - Horroreffekte unterbrochen. Allerdings, wenn dann auch schon die ersten weiblichen Rundungen nach unter 5 Minuten durch das Bild hüpfen, dann hat man wahrscheinlich doch genau zum richtigen, Gehirn abschalten - Stimmung an - Film, eben zu "Street Trash" gegriffen.

Mit dem Geldeintreiber geht also es weiter. Dieser schleicht wie ein geprügelter Hund auf einen Autofriedhof und beichtet, dass das Geld leider weg ist. Kommen wir nun zum genialen ;-) Anführer dieser Meute: Bronson, - dreckig, bärtig, groß, vollkommen durchgeknallt, ein Ex - G I eben. Aber dreckig und häßlich sind sie übrigens alle. Auch seine Perle, die der Bärtige gerade von seinem Schoß wirft und die sich nun auf allen vieren vom Acker macht. Jedenfalls will der Herr mit dem Bart das Geld wiederhaben und schwört mindestens blutige Rache. Soweit - sogut, das waren ca. die nächsten 10 Minuten. ;-)

Überblendung in den Keller eines Schnapsladens (einem anderen), wo sein Besitzer auf der Suche nach möglicher Ware in allen Ecken kramt und eine Kiste zutage fördert. In der Kiste liegen auf Stroh einige nette Fläschchen, betitelt "Viper". Erst will er die wieder versenken, dann merkt er, dass die Dinger über 60 Jahre alt sind und er locker einen Dollar pro Flasche dafür kriegen könnte. Just in dem Moment taucht unser Penner vom Anfang wieder auf. Das Angebot, so eine Schnapsflasche für einen Dollar zu ergattern erscheint unserem ungewaschenen Freund zwar günstig. Aber als ein Rollstuhlfahrer namens Steve durch die Tür geschoben kommt und prompt dabei stürzt, rutscht das Fläschchen per fünf Finger - Rabatt wie von selbst in die Jackentasche des Kunden. Nun wird's so langsam interessant. ;-)

Szenenwechsel. Wir treffen unseren Penner vom Anfang wieder (der übrigens Freddy heißt), wie er dem Geldeintreiber freundschaftlich verklickert, dass sein Einkommen leider auf dem Weg zur Müllhalde ist. Dieser zieht Fred die Viper Flasche aus dem Mantel. Kaum ist der weg, stellt Fred fest, dass die Buddel ebenso weg ist. Dieser setzt sich auf ein Klo und möchte nun gemütlich einen zur Brust nehmen. Die vermeintliche Schnapsflasche wird begutachtet und dann ein kräftiger Zug genommen. Nun endlich geht's los. ;-)

Plötzlich bekommt er Krämpfe, es läuft ihm blauer Sabber aus Hosenbein und Mund und er zerläuft in einer sehr modderigen Glibberpfütze. Die Kamera fährt über den Schuttplatz und zeigt uns einen zerschmolzenen Haufen mit Gesicht, das noch aus dem Klo heraus guckt. Die bekannteste Szene. ;-)

Doch zurück zu Fred, der gerade von einem anderen Penner mit Gasmaske aufgeweckt wird. Unter der Gasmaske steckt der Schwarze Burt. So geht es flugs zurück zum Laden, um sich eine neue Pulle zu besorgen. Dort kauft gerade irgendein alter Sack eine neue Flasche von dem Stoff und zieht von dannen, grummelt was vor sich hin, klettert eine Feuerleiter rauf und setzt sich erstmal. Dann wird der Fusel ausgepackt und getrunken. Diesmal darf man nur vom Ton Zeuge des geschmodder's werden.

Also zurück zum Autofriedhof, wo Bronson auf einem Thron mit seiner schmutzigen, häßlichen Gestalt, die Frau zu nennen sich hier eigentlich verbietet, rum macht. ;-) Tja, - Freddy und Burt sind derweil auf dem Schrottplatz aufgetaucht. Burt verspricht, etwas zum mampfen zu organisieren. Das geht zum Beispiel so, das er vor einem Supermarkt einen Bon aufhebt und seine viel zu weite Hose mit allerlei Kram füllt, von Honigmelonen bis zu Senftuben. Ein paar Ecken weiter taucht dann tatsächlich der Manager auf und Herr Gasmaske versucht natürlich, mit dem alten "ich hab dafür bezahlt" - Trick aus der Affäre zu kommen. Die Tatsache, dass auf dem Bon Hundefutter und nicht Hühnchen steht, tragen nicht gerade zur Klärung des Sachverhaltes bei. ;-)

Und wie löst der Regisseur die Szene ? Burt randaliert, setzt sich eine Papiertüte auf den Kopf, rennt durch eine Glasscheibe und geht nach Hause. Übrigens hat die Szene nichts mit dem Rest des Film's zu tun und dient wohl nur dazu, mal wieder die nächsten fünf Minuten Spielzeit rum zubekommen. ;-)

Szenenwechsel. Bronson sitzt nächtens am Feuer und packt olle Vietnamkamellen aus, - Bronson's ... nennen wir es mal Frau liegt ihm zu Füßen. Aber so richtig scheint es keinen zu interessieren, was ihr mutmaßlicher Anführer da von Metzeleien, Kannibalismus und sonstigen Leckereien zu erzählen weiß. Bei Fred und Burt dagegen ist die Stimmung gut. Denn der nette Herr mit der Gasmaske hat einen Whisky spendiert und man läßt es sich bei Kerzenschein gut gehen. Nachdem Burt sich vom Acker gemacht hat, kehrt Nachtruhe ein. Bronson darf ein bisschen von Vietnam albträumen (aha, - vietnamesische Kämpfer erkennt man am Strohhut und Vampirzähnen ;-). Bronson schlitzt ein paar Kehlen, befreit irgendeine Tussi ... und versteht nicht, worum es dabei geht. Auf jeden Fall wacht er auf, schmeißt ne' Granate über den Schrottplatz.

So, wenn sie bis hierhin, dh. noch, durch gehalten haben, ohne ein zu schlafen und möglicherweise auch ein paar mal (wenn auch kopfschüttelnd) gelacht haben, dann sind sie wohl ein echter Trashfilmfan. Und genau an diese richtet sich dann auch dieser Film. Alle anderen, die nicht mal die Schmelzeffekte bisher ausgesprochen gut fanden, sollten diesen Streifen eben nur als schlechtes Beispiel werten. Oder, es vielleicht später nochmal mit guten Bekannten in feuchtfröhlicher Runde probieren.

Schluß bis dahin, obwohl man das ganze auch noch weiter ausführen könnte. Man sieht allerdings, das es sich hier um ausgesprochenen, echten "Trash" der obersten Güte handelt (und dabei habe ich sogar einiges der reinen Geschichte bis jetzt noch aus gelassen ;-). Trotzdem ist "Street Trash" absolut zum Kauf zu empfehlen. Warum ? Ganz einfach, - weil er unzweifelt so dermaßen schwachsinnig ist, das dies bereits wieder gut wird. Zumindest, um allein oder mit Freunden dabei ab zu lachen. ;-)

Kauftip (dh. wer ihn schon vorher kannte, dem muß das ohnehin nicht erst geraten werden), sonst Ausleihtip [auf DVD bzw. mit etwas Glück sogar noch recht günstig eines der alten VHS - Tapes ergattern]. Ansonsten, einfach mal ein wenig im Netz recherchieren für weitere Kommentare und Szenenfoto's, - evtl. kommen sie ja dann noch vorher ungesehen auf den - schlechten - Geschmack.

Ach ja, und bevor sie mich jetzt pauschal kritisieren. ;-) Leihen sie den Film hier spaßeshalber mal bei jemandem, der ihn bereits besitzt, aus, sehen sie ihn sich an. Und dann versuchen sie das mal, über die wirklich extrem hanebüchene Handlung hier etwas zu beschreiben, - viel Glück. ;-)
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