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1.0 out of 5 stars
Enttäuschend und langweilig, 22 Oct 2005
Die sechste Geschichte des weltbekannten Zauberschülers Harry Potter habe ich, ebenso wie die vorherigen vier Bände, am Stück gelesen - und zwar wie den vierten ein paar Tage nach dem Erscheinungsdatum der Erstausgabe. Wie bei den anderen Bänden auch, war diese Erzählung beim ersten Lesen sehr spannend und unterhaltsam. Man musste einfach weiterlesen. Es war allerdings enttäuschend zu sehen, wie sich Harrys Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge, die im fünften Band angekrazt wurde, wieder verstärkt hat. Zudem scheint er die Todesser, zu denen er auch Severus Snape zählt, so zu hassen, dass ihm jedes Mittel (Unverzeihliche Flüche) recht ist, um sich am Tod seiner Eltern zu rächen. Das verstehe ich nicht unter einem liebenden Helden, der ein reines Herz haben soll, zu dem ihm sein Vertrauter, der Schulleiter Dumbledore rät. Diesem vertraut er in Bezug auf Snape, der ihm im ersten Band das Leben gerettet hat (verhexter Besen) überhaupt nicht; und das nur, weil er seinem Vater und dessen Freunden kritisch gegenüber steht und auch Harrys überzogenes Ego durch Strenge, Wortwahl und Kritik angreift. So kann er sich auch nicht vorstellen, dass Snape nur den perfekten Todesser spielt, um am Ende des letzten Bandes dank Dumbledores Vertrauen in ihn (wirklich kein Feigling) mit oder ohne seinen Mentor über den bösen Voldemort zu siegen. Was die Erzählung angeht, hätte ich gerne etwas mehr über Hagrid, Halloweeen, die Riesen usw. gehört. Auch der Orden des Phönix kommt zu kurz. Außerdem stört mich, dass Ron und Hermine schon wieder (4. und 5.Band) so zerstritten sein müssen. Das Streiten in der Pubertät wird von Frau Rowling wieder einmal überbewertet. Trotz dieser Enttäuschungen zeigte sich der Band in anderen Punkten (Unterricht,neuer Lehrer) zunächst in sich stimmig. Beim zweiten Durchgang war es bei diesem sechsten Band, wie auch bei den anderen Bänden, besonders ab dem dritten Band, langweilig. Die Geschichte wirkte konstruiert und zeigte nun ihren Mangel an jeglichem Anspruch. Insbesondere wirkten die Höhepunkte und besonderen Ereignisse aus dem Zusammenhang gerissen und unglaubwürdig erzählt, wohingegen die andauernde Frustration und der Zorn des Titelhelden in epischer Länge ausgebreitet wurde. Außerdem wird man hier und da immer wieder mit unnötigen Dialogen und recht vielen Nebenhandlungen bedrängt, was zeigt, dass Frau Rowling immer öfter den roten Faden aus den Augen zu verlieren scheint. Kurzum, nach dem Lesen des 6. Bandes legte ich das Buch beiseite und tröstete mich damit, dass man es wohl gelesen haben muss, um die Chronologie der HP-Reihe ohne Lücken verstehen zu können. Zusätzlich bleibt zu hoffen, dass die nächste Übersetzung wesentlich fehlerfreier wird. Neuhinzugekommen HP-Lesrern sei geraten, sich stufenweise von Band eins bis sechs zu steigern, wobei ich die ersten zwei Bände am Besten finde. Irgendwann bleibt man HP-Fan und/oder wendet sich beispielsweise dem Herrn der Ringe zu, weil einem Harry Potters Abenteuer kindisch und albern vorkommen.
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